An dieser Stelle soll vor allem auf die historische Problematik des Deutschlandliedes eingegangen werden. Informationen darüber, warum auch ohne diesen historischen Kontext die dritte Strophe nicht unproblematisch ist, findet ihr unter weiteres Material.

Die dritte Strophe des Deutschlandliedes ist die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland. Mit ihrer 170 Jahre alten Geschichte muss sie stets im Kontext ihrer historischen Entstehung und ihrer Wirkungsweise betrachtet werden. Hoffmann von Fallersleben, Dichter des Deutschlandliedes, schrieb das aus drei Strophen bestehende Lied 1841, also wenige Jahre vor der „demokratischen Revolution“ von 1848 – zu einer Zeit, als große Spannungen zwischen Frankreich und den deutschen Staaten bestanden. Auf Grund dieser zeitlichen Nähe wird dem Deutschlandlied oft unterstellt, es trage demokratische Inhalte in sich. Von Fallersleben selbst fühlte sich reaktionären, also rückwärtsgewandten, Strömungen wie der Burschenschaftsbewegung zugehörig. Diese sah in der Einheit Deutschlands vor allem eine Notwendigkeit im Kampf gegen Frankreich und gegen die Ideale der Französischen Revolution. Sie verbanden die wirtschaftlich notwendige Einheit Deutschlands mit rassistischer und antisemitischer Ideologie.
Während der Zeit des deutschen Faschismus ist das Deutschlandlied neben dem Horst-Wessel-Lied (Parteilied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei) Nationalhymne gewesen und wurde zu den unterschiedlichsten Anlässen wie auch bei der Reichspogromnacht 1938, dem Einmarsch deutscher Wehrmachtstruppen in andere Länder und der Errichtung des Konzen-trationslagers Dachau gesungen. Das Deutschlandlied ist somit untrennbar mit der Geschichte Nazideutschlands verbunden.